Geschichten

Beitrag vom 23. April 2026

Autorin: Fiona Schlumpf

Rubriken: Aus dem Aida-Alltag

Die Nacht der Fremdsprachen

Wer bei Aida statt eines “Danke” ein chinesisches “xiexie” hört und Menschen sieht, die im Korridor vor sich hin murmelnd das Zählen auf Türkisch üben, ist mittendrin in der Nacht der Fremdsprachen.

Aida Bildung + Begegnung hat im Rahmen der Aktionstage gegen Rassismus im März diesen Abend veranstaltet. In den Klassenzimmern wurde für einmal nicht Deutsch unterrichtet, sondern 7 Fremdsprachen, von denen 3 Mini-Lektionen zum Sprache-Schnuppern gewählt werden konnten.

Beim Spazieren durch die Gänge zeigten sich überall ganz verschiedene Szenerien. In einem Zimmer wurde mit ukrainischer Musik gelernt, der türkische Unterricht wurde mit farbenfrohen Bildern untermalt, im Albanisch-Unterricht prägten sich die Lernenden Wörter auf spielerische Art und Weise ein und im persischen Klassenzimmer übten die Kursteilnehmerinnen fleissig das Schreiben des persischen Alphabets. Aus anderen Räumen war russisch, chinesisch und tigrinisch zu hören.

Perspektivenwechsel und Horizonterweiterung

In den Pausen zwischen den Mini-Lektionen und beim Apéro am Schluss betonten viele, wie sehr dieses Sprachen-Schnuppern den Horizont erweitert hat. Nicht nur war es sehr spannend, sondern es wurde auch ganz deutlich bewusst, wie schwierig das Deutsch lernen für Migrant*innen ist, gerade auch wenn ihr Sprachsystem einer ganz anderen Logik folgt oder sich das Schriftsystem von unserem unterscheidet.

Für die 7 Kursleiterinnen, von denen 5 selbst bei Aida Deutsch lernen, war es eine Chance, einmal die Rolle zu tauschen. An diesem Abend sassen nicht sie im Unterricht und versuchten, sich komplizierte Regeln und Wörter auf Deutsch zu merken, sie standen im Mittelpunkt und konnten ihre Sprache und Kultur näher zu bringen.

Auch der Apéro bereicherte den Abend mit internationalen Köstlichkeiten aus dem Sudan, Iran und der Türkei.

Sprachen verbinden

Eines ist klar, das war nicht die letzte Nacht der Fremdsprachen. Es hat sich gezeigt, dass dieses Format unglaublich viel Potential hat. Es ist ein Ort, wo ganz unterschiedliche Menschen zusammenkommen, um sich auszutauschen, voneinander zu lernen und neue Perspektiven einzunehmen.

Es war eine grosse Freude zu sehen, wie engagiert und motiviert die Kursleiterinnen, die grösstenteils zum ersten Mal unterrichteten, sich vorbereitet und durch den Abend geleitet haben, und auch die Kursteilnehmerinnen, die sich sehr für die Sprachen, aber auch für die Kultur und die Kursleiterinnen interessierten. Es wurden Kontakte geknüpft und die eine oder andere hat sich nach weiterführenden Sprachkursen erkundigt.

Sprachen verbinden, das hat sich einmal mehr in der Nacht der Fremdsprachen gezeigt.

Wir freuen uns sehr über diesen gelungenen Anlass und auch über die nächste Edition, die es bestimmt geben wird.